Geschichtsdidaktik damals und heute

Mein ältester Sohn wird in wenigen Wochen sein erstes Schuljahr beenden. Nun sind die grundlegend zu Beginn des Bildungswegs vermittelten Dinge seit Ewigkeiten gleich. Lesen, Schreiben, Rechnen, ein paar musische und sportliche Fähigkeiten, sowie dazu diverses Allgemeinwissen, was zu meiner DDR-Schulzeit als „Heimatkunde“ bezeichnet und heute unter dem Begriff „Sachunterricht“ subsumiert wird. So weit, so unaufregend.

Für mich wird es für einen Vergleich mit meiner eigenen Schulzeit wohl eher erst nach dem Wechsel aus der Grundschule interessant. Damit meine ich gar nicht einmal den ganzen ideologischen Ballast, der nicht selten selbst auf naturwissenschaftliche Fächer Einfluss nahm, sondern ganz einfach einen Blick auf die Art und Weise, wie heute Bildung Kindern und Jugendlichen vermittelt wird. In Zeiten von föderalistischem Lehrplan-Wildwuchs, lehrermangelbedingtem Unterrichtsausfall und einem allgemeinen Verfall der schulischen Infrastruktur lohnt sich schon im Interesse des eigenen Nachwuchses ein kritischer Blick auf den Status quo.

Ich sehe zudem noch eine ganz andere Herausforderung. Das allgemeine Tempo um uns herum hat gewaltig angezogen. Jeder, der sich einmal eine TV-Sendung aus den 1970ern oder 1980ern anschaut, wird das nachvollziehen können. Meine Güte, wann kommen die denn mal zu Potte? Die allgemeine Aufmerksamkeitsspanne hat also deutlich abgenommen. Längere Texte – gerade am Computer – zu lesen erfordert nicht selten Überwindung und Durchhaltevermögen. Ähnlich dürfte es in der Vermittlung von Unterrichtsstoff aussehen. 45 Minuten Frontalunterricht mit reinem Zuhören in Zeiten der schnellen Twitter- oder Facebook-Nachricht? Ist das noch etwas für die Generation Smartphone?

Mein Lieblingsfach in der Schule war von jeher Geschichte und noch heute interessiere ich mich vehement für historische Begebenheiten. Ich kann mich allein in der Wikipedia stundenlang versenken und durch die in den Artikeln verlinkten Querverweise vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen. Wie bekommt man aber heute Geschichte medial der Zeit gerecht werdend vermittelt? Richtig, es wird wohl kürzer und rasanter und eher als Appetitanreger für die selbstständige tiefere Beschäftigung gedacht werden müssen. Ein diesbezüglich recht ansprechend gestalteter YouTube-Kanal ist mir per Zufall heute vor die Füße gefallen. „Einfach Geschichte!“ wendet sich sicht- und hörbar an jüngeres Publikum und führt in unter 10 Minuten pro Clip an historische Themen heran. Warum eigentlich nicht?

Zur beispielgebenden Verdeutlichung nachfolgend der Beitrag über den „Vater“ der Marktwirtschaft, Adam Smith, dessen Biographie auch noch ungelesen in meinem Bücherregal steht. So viel Text und so wenig Zeit… Ella, übernehmen Sie das solange?

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