Fanpost!

Wer sich unter seinem Klarnamen in die diskutierende politische Öffentlichkeit begibt, muss damit rechnen, Gegenwind zu bekommen. Das ist völlig in Ordung und gilt es auch auszuhalten. Das dem ehemaligen US-Präsidenten Harry S. Truman zugeschriebene „if you can’t stand the heat, get out of the kitchen“ ist diesbezüglich eine recht häufig gebrauchte und zutreffende Formulierung. Für mich persönlich ist das eher ungewohntes Terrain, es war aber nach meiner Überzeugung nur eine Frage der Zeit, bis meine Wenigkeit auch einmal in den Fokus des Interesses rücken würde.

Ein kurzer Rückblick: Am 29. Mai diesen Jahres veröffentlichte ich hier meine persönlichen Eindrücke der Informationsveranstaltung auf Gut Göhlis. Diese (sicherlich zugespitzte) private Meinungsäußerung verfasste ich also als Privatperson auf meiner privaten Seite. So weit so gut, das mich erreichende Echo war gemischt und hielt sich in puncto Zustimmung und Ablehnung etwa die Waage. Einige Tage später bat mich die Redaktion des Riesaer Nachrichtenportals riesa-lokal.de meinen Artikel als Ergänzung ihrer eigenen Berichterstattung übernehmen zu dürfen, ein Ansinnen, dem ich letztendlich zustimmte. Der Vollständigkeit halber wurde dort mein FDP-Ortsvorsitz erwähnt.

In den Kommentarspalte ging es nun schon etwas rauer zur Sache. Unter anderem wurde mir meine lobenden Worte für den Riesaer Baubürgermeister Tilo Lindner als reine Parteikumpanei ausgelegt. Nun ist Herr Lindner schon seit Jahren kein Mitglied der Freien Demokraten mehr, zudem war sein Austritt nach allem was ich weiß, von sehr großem und unschönen Getöse begleitet. Aber sei es drum.

Richtig nett wurde es allerdings heute, als mich mein Meißener Amtskollege, der gleichzeitig auch als stellvertretender Kreisvorsitzender fungiert, mit Bitte um Aufklärung mit nachfolgender E-Mail konfrontierte:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit dieser eMail möcte ich Sie gerne auf einen regionalen Diskurs hinweisen und um Stellungnahme zur den Äußerungen von Herrn Borner, Vorsitzender der Riesaer FDP bitten.

Es handelt sich dabei um den geplanten Verkauf des Projekt- und ErlebnisGutes Riesa-Göhlis, von dem zahlreiche soziale Vereine betroffen sein könnten.
Diese Vereine haben eine Einwohnerversammlung abgehalten, um die Öffentlichkeit zu informieren und ein alternatives Konzept vorzustellen, welches die zukünftige soziale Arbeit sicherstellen kann.
Diese Versammlung und dieses Konzept werden von Herrn Borner in folgendem Beitrag kommentiert/ beschrieben:

Gut Göhlis II: Unter Ostalgikern und Milchmädchen

Die (oft vorwiegend ehrenamtliche) Arbeit der dort ansässigen Vereine entnehmen Sie bitte dem beigefügten Positionspapier.

Bisher ist noch alles ergebnisoffen – der Stadtrat entscheidet letztendlich.

Allerdings möchte ich von Ihnen gerne eine Stellungnahme zum Text von Herrn Borner, welcher keinesfalls wertneutral ist und augenscheinlich in elementaren Punkten dem Positionspapier des FDP Kreisverbandes widerspricht.

Bei Fragen können Sie mich gerne unter xxx [aus Datenschutzgründen gelöscht, S.B.]  erreichen.

Vielen Dank!

Karolin Tammer
IG Dunkelbunt e.V.

Halten wir also fest: Mein Blogartikel wird also zum Anlass genommen, mich ausweislich der Empfängeradressen beim Kreisvorsitzenden, dessen drei Stellvertretern, der Landesgeschäftsführerin sowie den Mitarbeitern des Landesvorstands im Liberalen Haus in Dresden anzuschwärzen, selbstredend ohne mir eine Kopie davon zukommen zu lassen. Sehr geehrte Frau Tammer, sollten Sie das hier lesen, habe ich noch weitere Adressen für Sie. Auch folgende Amtsträger der FDP interessieren sich sicherlich brennend für meine unentschuldbaren Entgleisungen:

Christian Lindner, Bundesvorsitzender: christian.lindner@fdp.de

Nicola Beer, Generalsekretärin: nicola.beer@fdp.de

Marco Buschmann, Bundesgeschäftsführer: marco.buschmann@fdp.de

Holger Zastrow, Landesvorsitzender der FDP Sachsen: zastrow@fdp-sachsen.de

Torsten Herbst, Generalsekretär der FDP Sachsen: herbst@fdp-sachsen.de

Nichts zu danken, ich helfe gern. Sollten Sie noch die Kontaktadressen meines Arbeitgebers, meiner Schwiegermutter oder meines Hausarztes benötigen, scheuen Sie sich nicht, Ihre Wünsche zu äußern.

Wie eingangs erwähnt – sowas passiert und wer sich im Alltag mit knapp vierjährigen Drillingen konfrontiert sieht, hat auch ein dickes Fell. Diskurs funktioniert aber nur direkt und ergebnisoffen.

Wenn mich jemand überzeugen und beweisen kann, dass meine Ansicht oder meine Handlungsweise nicht richtig sei, so will ich sie mit Freuden ändern. Denn ich suche die Wahrheit, sie, die niemandem Schaden zufügt. Wohl aber nimmt derjenige Schaden, der auf seinem Irrtum und seiner Unwissenheit beharrt. Marc Aurel

Das, was am 28.05. in Göhlis zu hören war, hat mich nicht überzeugt und das habe ich auch geschrieben. Nicht mehr und nicht weniger. Ich habe die Zukunft des Guts nicht zu entscheiden und ich kann diesbezüglich auch niemand beeinflussen. In diesem Sinne das Wort zum am Sonntag:

So viele Menschen, so viele Ansichten. Terenz

Schönen (Wahl)Sonntag allerseits!

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